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Nachdem Sioned Mitte Oktober in Agios Nikolaos auf Kreta erst einmal
eine Pause einlegt, bleibe ich noch sechs Wochen vor Ort und genieße das
hervorragende Wetter mit Baden vom nahen Strand bis in den späten November hinein.

Die Community der Liveaboards hier ist fest in britischer Hand, mit dem
vereinzelten Deutschen oder Niederländer dazwischen. Es gibt ein
ausgefülltes Wochenprogramm mit Wanderungen, Bridgeabend und
Grillveranstaltungen sowie Handarbeit für die Damenwelt ;)

Erst am 30.11 geht es zurück nach Hamburg und sofort werden diverse Teile zum
"Aufhübschen" der Dame bestellt und Arbeiten geplant. Am 15.3. ist es
dann wieder soweit und ich lande wieder auf Kreta. Sioned liegt nach wie vor
sicher vertäut mit ihren 6 Achterleinen, 2 Springs und 2 Moorings.

Nur mit dem Termin zum Aufslippen für den nach zwei Jahren und dem
Abenteuer Brindisi dringend notwendigen Unterwasseranstrich will es
nicht klappen.

Gebucht hatte ich ab 3.4. Eigentlich schon später als geplant, da mein Vertrag nur bis zum 31.3. geht. Ein Schelm....

Noch in Hamburg bekomme ich eine Mail, daß es wohl vor Mitte April nichts
wird. Dann ist aber Ostern. Also plane ich innerlich die Woche nach
Ostern ein. Wieder auf Kreta vertröstet man mich immer wieder bis -
griechisches Wunder - ich den Termin für den 3.4. bestätigt bekomme.

Fast pünktlich komme ich dann auch aus dem Wasser und Udo, Österreicher, TO
Stützpunktleiter, Segelmacher und Allround Talent kümmert sich mit
seinem griechischen Mitarbeiter um die Arbeiten am Unterwasserschiff.
Diesmal werden es drei Schichten Antifouling und das eine Nummer
stärker.

Einen Tag später kommt auch der in Frankreich via Athen
bestellte Watermaker von Aquabase an. Wie bekommt man nun ein Paket von
70 kg eine drei Meter lange Leiter hoch ?
Ganz einfach, mit dem Besanfall und der Hilfe meines schwedischen Bekannten zum Abhalten von der Bordwand.

Die knapp 50 kg schwere Haupteinheit in den Maschinenraum zu befördern ist
dann schon schwieriger, aber irgendwann ist sie drin. Nur wie
festbekommen ? Nach vier Stunden habe ich eine von sechs Schrauben drin
und bin um die Erkenntnis reicher, daß für die hinteren drei Schrauben
ich in allen drei Dimensionen zu groß bin.

Aber da gibt es noch Dimitri, den Schlangenmenschen der für den hiesigen Motorspezialisten
arbeitet. Der verschwindet ganz elegant im Maschinenraum bis nichts mehr
von ihm zu sehen ist und keine 20 Minuten später sitzt das Teil fest an
der Wand. K., die inzwischen auch auf Kreta angekommen ist, meinte
allerdings einen vorrübergehenden Ausdruck der Panik im Gesicht des
Griechen erkannt zu haben, während er sich in den kleinen Raum
hineinschob.

Die restlichen Schläuche waren schnell angeschlossen
und ich mußte lernen, daß 1 inch bei einem Schlauch etwas völlig
anderes bedeutet als 1 inch bei einem Rohr.





Der Testlauf muß nun allerdings noch warten, bis wir aus dem Hafen sind. Hafenwasser und die
Membran eines Watermakers sind bekanntlich natürliche Todfeinde.

Nach drei Tagen Landaufenthalt ging es dann auch schon wieder ins Wasser und
das Schiff konnte von einer Baustelle wieder zurück in einen wohnlichen
Zustand versetzt werden.



Die Marinaleitung schafft es nun doch noch,
uns auf die andere Seite des Hafenbeckens zu verbannen, obwohl an meinem
alten Steg noch 3-4 Plätze frei sind. Diesmal bin ich zu erschöpft um
zu protestieren und es ist auch nur für drei Tage. Wir bauen das Dinghy
wieder auf und haben damit unsere private Fähre. Derweil zappelt Sioned
an ihren Leinen und freut sich auf Sonntag.

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