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Von der Zwei-Buchten-Bucht auf Kythnos geht es schnurstracks nach Westen. Die ersten 30 sm mit um die 8 kn Speed bei einem schönen Halbwindkurs, den Rest Mit 1800 Umdrehungen.
In Poros legen wir diesmal am Südkai an, in Anbetracht des Sturmes im Oktober an der Nordpier, der dort schweren Schaden anrichtete und auch Yachten versenkte. Die Schäden dort sind zum größtenteil repariert, die
Versorgungssäulen, die es dabei zerlegt hat, aber noch nicht.

Hier am Südkai liegt man deutlich geschützter, aber leider auch vor der Disco, was aber in Anbetracht der Jahreszeit noch erträglich ist. Nachdem K. am Sonntag Abend die letzte Fähre nach Piräus genommen hat, um dort auf das Schiff nach Heraklion umzusteigen (ihr Rückflug ging ja von dort aus), verholte ich mich am Dienstag ersteinmal in die Bucht um mit den Watermaker ein paar Stunden laufen zu lassen und ging dann für die nächsten Tage dann doch an den Nordkai. Es waren nur schwache Winde aus SE angesagt, und da liegt man dort sogar besser als im Süden.

Außerdem war der neue Liegeplatz direkt vorm Supermarkt. Der süßen Hafenkassiererin zahlte ich nochmals 32 Euro für weitere vier Tage. Ich wurde mal wieder zum neuen besten Freund des Schiffsausrüsters, weil irgendwas fällt einem ja immer ein. Ein Paar neue Crocs, Wasserfilter, Badeleiter und eine Taschenlampe wurden es diesmal. Die Badeleiter wurde mir dann sogar direkt ans Boot gebracht weil die erst am Samstag
geliefert wurde.

Die Hilfsbereitschaft der Griechen ist immer wieder erstaunlich für uns, die wir in der Servicewüste Deutschland groß geworden sind. Kurz vorm Schiff platzte der Hinterreifen von meinem Fahrrad. Schlauch und Mantel waren hinüber und einen Fahrradladen hatte ich bislang im Ort noch nicht gesehen. Im Supermarkt nachgefragt greift der Marktleiter gleich zum Telefon. Irgendwann später kommt dann eine Frau an Bord vorbei und fragt nach dem Fahrrad. Wenig später holt ihr Mann das Rad ab und bringt es 1 1/2 Stunden repariert wieder. Und das ganze für 15 Euro !

Am Freitag Abend kommt meine neue Crew, bestehend aus D., J., und F. dann mit der Fähre aus Piräus an. Da das Tragflügelboot bereits ausgebucht war, mußten sie die langsame Autofähre nehmen, die noch mehrere Zwischenstopps einlegte. Dafür sind es nun vom Fähranleger zum Schiff nur noch 100m.

Am Samstag Morgen geht es dann nach Frühstück und Einweisung gleich los Richtung Kea. Der Wind ist besser als befürchtet und ich kann diverse Segel demonstrieren. Groß, Genua, Besan, Genacker und Besanstagsegel. alles kommt zum Einsatz. Trotzdem ist es schon fast dunkel als wir auf Kea ankommen. Zu Demonstrationszwecken fahre ich den Anleger auf einem der letzten beiden freien Plätze gleich zweimal, da der Anker nicht halten wollte. Die Tavernenwahl findet allgemeine Zustimmung und müde und gesättigt freuen wir uns auf den nächsten Tag.

Der sollte uns eigentlich nach Batsi auf Andros führen, aber der Wind war anderer Meinung und bei dem mehr E als S kommendem Antriebsmedium änderten wir schnell den Kurs nach Karystos auf Euböa (Evia). Der Hafen war auch neu für mich und weil so schön viel Platz an der Pier war (es lagen nur zwei weitere Yachten dort), gab es den Anleger diesmal gleich dreimal, bis der Anker griff.




Karystos ist im praktischen Schachbrettmuster angelegt mit einer Hafenpromenade, die all abendlich von der Port Police von parkenden Fahrzeugen geräumt wird. Mehrere Metzger und Friseure, ein Bäcker und sogar ein Fahrradladen zieren die zweite Reihe hinter den üblichen Tavern direkt am Hafen. Alles in allem eine griechische Wohnstadt, in die sich eher selten ausländische Touristen verirren dürften.

Während ich am Strand die Wadenprobe mache - bald.... bald ist es so weit - stürzt sich J. bereits in die Fluten, ist aber auch schnell wieder draußen.

Am 1. Mai wollen wir den Nordwind nutzen, um nun doch noch nach Andros/Batsi zu kommen. Schon beim Auslaufen werden wir von Fallböen attackiert und setzen nur Besan und Genua. 200m weiter ist schon wieder
Schluß mit dem Wind. Denn den gibt es nur entlang des Westufers der großen Bucht. Also wieder zurück zum Wind um eine Zeitlang 8kn Fahrt geniessen zu können. Irgendwann müssen wir aber doch Richtung Osten
drehen und fahren damit aus dem Windgebiet wieder raus. Es dauert daher, bis wir die Straße zwischen Evia und Andros erreichen. 5-6 wurde uns versprochen. Daher rollen wir die Fock aus, als es sich vor uns zu kräuseln beginnt. Groß und Besan stehen noch.

Das Groß verschwindet dann ganz schnell als aus den 5-6 Beaufort 30kn Wind werden - und D. und J. sind auch gleich noch geduscht. Bei 35kn wird dann der Besan gerefft und als wir mit 42kn die 9 erreicht haben, verschwindet auch er ganz und wir laufen die rechtliche Strecke bis in den Landschutz von Andros nur unter Fock - immer noch mit über 7kn Fahrt.

Das Anlegemanöver in Batsi wird zur Punktlandung. Zum Glück ist ein Platz auf der Innenseite der Außenmole frei, so daß wir dort längseits gehen können. Nun noch alle möglichen Kugelfender zwischen Bordwand und Pier, denn auch im Hafen wehen noch 30kn - auflandig.

Das Abendessen in der Taverna Definia mit schönem Ausblick auf den Hafen und die Bucht schließt dann einen anstrengenden aber auch irgendwie befriedigenden Segeltag ab.

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